Nach der Veruebung der barbarischen Terrorakte in New York und Washington am 11.September des laufenden Jahres lebt die ganze Welt immer noch unter dem Eindruck dieser Tragoedie.
Die Russische Foederation fuehrt schon lange einen Kampf gegen internationalen Terrorismus ausschliesslich mit eigenen Kraeften und hat mehrmals die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, ihre Bemuehungen zu vereinen. Die Position Russlands bleibt unveraendert: wir sind natuerlich auch heute bereit, unseren Beitrag zum Kampf gegen den Terror zu leisten. Wir sind der Auffassung, dass man die Aufmerksamkeit vor allem auf die Verstaerkung der Rolle jener internationalen Gremien und Institute lenken muss, die fuer die Festigung der internationalen Sicherheit gegruendet worden waren. Das sind die UNO und der Sicherheitsrat. Man sollte sich auch energisch mit der Vervollkommnung der voelkerrechtlichen Basis befassen, die es erlauben wuerde, wirksam und operativ auf Terrorakte zu reagieren.
Was die sich in Planung befindliche Antiterroroperation in Afghanistan betrifft, so formulieren wir unsere Postion wie folgt.
Erstens ist das eine aktive internationale Kooperation der Geheimdienste. Russland stellt die bei uns vorhandene Information ueber die Infrastruktur, Aufenthaltsorte internationaler Terroristen und Trainingslager der Kaempfer zur Verfuegung und will es auch weiterhin tun.
Zweitens. Wir sind bereit, den Luftraum der Russischen Foederation fuer den Durchflug von Flugzeugen mit humanitaeren Guetern an Bord zum Durchfuehrungsort der Antiterroroperation zugaenglich zu machen.
Drittens. Wir haben diese Position mit unseren Verbuendeten aus der Reihe der mittelasiatischen Staaten abgestimmt. Sie teilen diese Position und schliessen fuer sich die Moeglichkeit nicht aus, ihre Flugplaetze zur Verfuegung zu stellen.
Viertens. Russland ist auch bereit, falls es notwendig sein wird, sich an den internationalen Such- und Rettungsoperationen zu beteiligen.
Fuenftens. Wir werden die Kooperation mit der international anerkannten Regierung Afghanistans mit dem Herrn Rabbani an der Spitze erweitern und ihren Streitkraeften eine zusaetzliche Hilfe in Form von Waffen- und Kampftechniklieferungen erweisen.
Moeglich sind auch andere vertiefte Formen der Zusammenarbeit Russlands mit Teilnehmern der Antiterroroperation. Tiefe und Charakter dieser Kooperation werden unmittelbar vom allgemeinen Niveau und der Qualitaet unseren Beziehungen zu diesen Laendern sowie vom gegenseitigen Verstaendnis im Kaempf gegen den internationalen Terrorismus abhaengen.
Zwecks einer Arbeitskoordination zu allen oben angefuehrten Fragen habe ich eine Gruppe mit dem Verteidigungsminister der Russischen Foederation S.B.Ivanov an der Spitze bilden lassen. Diese Gruppe wird einlaufende Informationen ansammeln und analysieren, sowie mit Operationsteilnehmern praktisch zusammenarbeiten.
Wir sind gleichfalls der Meinung, dass die Geschehnisse in Tschetschenien nicht ausserhalb des Kontextes einer Bekaempfung des internationalen Terrorismus betrachtet werden koennen. Zugleich sind wir uns darueber im klaren, dass diese Ereignisse ihre eigene Vorgeschichte haben. Ich lasse zu, dass es in Thschetschenien bis heute noch Menschen gibt, die unter dem Einfluss falscher und verzerrter Werte eine Waffe in die Hand genommen haben. Heute, als die gesamte zivilisierte Welt ihre Position in bezug auf die Bekaempfung des Terrors formuliert hat, muss jeder seine Position bestimmen. Solch eine Chance muss auch jenen gewaehrt werden, die die Waffen in Tschetschenien noch nicht gestreckt haben.
Deswegen schlage ich allen Teilnehmern der illegalen Militaerformationen sowie allen, die sich Politiker nennen, vor, unverzueglich alle Kontakte zu den internationalen Terroristen und ihren Organisationen einzustellen. Sie sollen im Laufe von 72 Stunden mit offiziellen Vertretern der Bundesbehoerden in Kontakt treten, um folgende Fragen zu eroertern: Verfahrensregeln fuer die Abruestung der illegalen Militaerformationen und –gruppen sowie das Prozedere ihrer Einschaltung in das friedliche Leben in Tschetschenien. Seitens der Bundesbehoerden wird W.G.Kasanzev, der Bevollmaechtigte Vertreter des Praesidenten der Russischen Foederation im suedlichen foederalen Bezirk, welchem Tschetschenien angehoert, damit bevollmaechtigt, diese Kontakte zu unterhalten.
Ich moechte bei gegebenem Anlass auch einige Worte ueber das heutige Treffen mit Leitern der moslemischen geistlichen Verwaltungen Russlands sagen. Dieses Treffen wurde auf ihre Initiative hin veranstaltet. Sie haben einen Vorschlag unterbreitet, in Moskau eine internationale islamische Konferenz unter dem Motteo „Islam gegen den Terror“ durchzufuehren. Ich teile ihre Besorgtheiten, die sich von der sich in der Welt entstehenden Situation herruehren. Die Durchfuehrung der Konferenz wird ohne jeden Zweifel unterstuetzt. Ich meine, dass man religioesen Extremismus und Fanatismus, dabei nicht nur islamischen, sondern auch biliebig anderen, allein bei einer aktiven Beteiligung religioeser Gemeinden selbst wirksam bekaempfen kann.
Vielen Dank fuer die Aufmerksamkeit.
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